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Wilhelm Reich

Rede an den kleinen Mann

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„Ihr falschen Biederlinge, die ihr mein lacht!
Wovon lebt eure Politik, seit ihr die Welt regiert?
Vom Abstechen und Gemorde…“

De Coster, Till Ulenspiegel

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Vorbemerkungen

Diese „Rede an den kleinen Mann“ ist ein menschliches, kein wissenschaftliches Dokument. Es wurde im Sommer 1946 für das Archiv des Orgon-Instituts abgefasst, ohne Absicht, es je zu publizieren. Es war das Ergebnis der inneren Stürme eines Naturforschers und Arztes, der jahrzehntelang zunächst mit Naivität, dann mit Staunen und schließlich mit Entsetzen erlebte, was der kleine Mann aus dem Volke sich selbst antut; wie er leidet, rebelliert, seine Feinde verehrt und seine Freunde mordet; wie er, wo immer er als „Volksvertreter“ Macht in seine Hände bekommt, sie missbraucht und grausamer handhabt als die Macht, die er vorher seitens einzelner Sadisten der oberen Klassen zu erdulden hatte.

Die „Rede“ war die Antwort auf Geschwätz und Diffamierung. Als sie abgefasst wurde, ahnte niemand, dass eine Regierungsstelle, die Gesundheit zu schützen hat, in Gemeinschaft mit Politikern und psychoanalytischen Geschäftemachern die Orgonforschung angreifen würde. Der Versuch seitens der „seelischen Pest“ im Jahre 1947, die Orgonforschung zu vernichten (wohlgemerkt: nicht als unrichtig zu erweisen, sondern durch Ehrabschneidung zu vernichten), wurde zum Anlass der Publikation der „Rede“ als eines historischen Dokuments. Die Überlegung lautete dabei: Es ist notwendig, dass der „Mann aus dem Volke“ erfahre, wie ein Wissenschaftler und Psychiater tatsächlich arbeitet, und wie er, der kleine Mann, seinem erfahrenen Blick erscheint. Er muss es lernen, die Wirklichkeit zu erkennen, die allein seiner verderblichen Autoritätssucht entgegenwirken kann. Man muss ihm klar sagen, welche Verantwortung er trägt, ob er nun arbeitet, liebt, hasst oder schwätzt. Er muss erfahren, wie er zum schwarzen oder roten Faschisten wird. Wer für die Sicherheit des Lebendigen und für den Schutz unserer Kinder kämpft, muss gegen den schwarzen wie gegen den roten Faschisten sein. Nicht weil heute der rote Faschist, wie früher der schwarze, eine mörderische Ideologie hat, sondern weil er lebendige und gesund geborene Kinder zu Krüppeln, Marionetten und moralischen Idioten macht; weil ihm der Staat vor Recht, Lüge vor Wahrheit, Krieg vor Leben geht; weil das Kind, und der Schutz des Lebendigen im Kinde, die einzige Hoffnung bilden, die uns übrigbleibt. Es gibt für den Erzieher und Arzt nur eine Loyalität: die zum Lebendigen im Kinde und zum Kranken. Ist diese Loyalität einmal erreicht, dann lösen sich die großen Fragen der „außenpolitischen Interessen“ auf einfache Weise.

Die „Rede“ fordert nicht, dass man sie zum Vorbilde seiner Existenz mache. Sie beschreibt Stürme im emotionellen Leben eines produktiven, lebensfrohen Menschen. Die „Rede“ will niemand überzeugen, gewinnen oder erobern. Sie bildet Erleben ab, wie ein Gemälde ein Gewitter abbildet. Der Leser ist nicht aufgefordert, ihr Sympathie zu bezeugen. Sie enthält keinerlei Absichten oder Programme. Sie verlangt bloß für den Forscher und Denker das Recht der persönlichen Äußerung, das man dem Dichter oder Philosophen nie bestritten hat. Sie ist ein Protest gegen die gemeine und unerkannte Absicht der „seelischen Pest“, wohlgeschützt, aus sicherem Hinterhalt, ihre giftigen Pfeile auf den hart arbeitenden Forscher abschießen zu können. Sie zeigt, was „seelische Pest“ ist, wie sie funktioniert und den Fortschritt hemmt. Sie bezeugt auch das Vertrauen in die ungehobenen Riesenschätze, die im Grunde der „menschlichen Natur“ ruhen, bereit, in den Dienst der Erfüllung menschlicher Hoffnungen gestellt zu werden.

Das Lebendige ist in seinen sozialen und menschlichen Beziehungen gütig, naiv und daher unter den bestehenden Verhältnissen gefährdet. Es schließt von sich auf andere. Es nimmt an, dass auch der Mitmensch nach den Gesetzen des Lebendigen gebend, gütig und hilfreich denkt und handelt. Diese natürliche Grundhaltung, die dem gesunden Kinde wie dem primitiven Menschen eigen ist, wird zur größten Gefahr im Kampfe um rationale Lebensgestaltung, solange es „seelische Pest“ gibt. Denn auch der Pestkranke schreibt dem Mitmenschen die Eigenart seines Denkens und Handelns zu. Der Gütige glaubt, dass alle Menschen gütig sind und gütig handeln. Der Pestkranke glaubt, dass alle Menschen lügen, schwindeln und betrügen, machtbesessen sind. Es ist offenkundig, dass sich aus diesen Gründen das Lebendige im Nachteil und in Gefahr befindet. Wo es den Pestkranken gibt, wird es ausgesaugt und nachher verlacht oder verraten; und wo es vertraut, wird es betrogen.

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Bücher von Wilhelm Reich

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